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Rigol DHO804 vs. Siglent SDS814X HD: das 12-Bit-Einsteigerduell

Wer heute unter 600 € ein modernes Oszilloskop sucht, landet fast zwangsläufig bei diesen beiden: Rigols DHO804 und Siglents SDS814X HD sind die 12-Bit-Einsteiger ihrer Häuser — vier Kanäle, Touchdisplay, ernstzunehmende Messtechnik. Auf dem Papier trennt sie wenig. In den Fußnoten der Datenblätter trennt sie einiges.

Aktualisiert am 12.07.2026 · unabhängig recherchiert · So arbeiten wir

Beide Geräte wurden nach denselben 16 Messpunkten erfasst; jede Zahl trägt Quelle und Abrufdatum. Kauf-Links sind Provisions-Links und ändern keine Messung.

Wo sie gleich sind — und warum das schon bemerkenswert ist

Vor zwei Jahren war 12-Bit-Auflösung ein Oberklasse-Merkmal. Dass zwei Einsteigergeräte unter 600 € sie heute serienmäßig mitbringen, verschiebt die Grundlinie der ganzen Klasse: Kleine Signale auf großen Pegeln — Welligkeit auf einer Versorgungsspannung, Sensor-Details — bleiben sichtbar, wo 8-Bit-Geräte nur Treppenstufen zeigen. Beide bringen vier Analogkanäle, ein 7-Zoll-Touchdisplay und serielle Dekodierung (I²C, SPI, UART, CAN) ohne Aufpreis mit.

Wo sie sich trennen

Bandbreite ab Werk. Das Siglent liefert 100 MHz gegen 70 MHz beim Rigol — bei schnellen Digitalflanken ist das der Unterschied zwischen „sehen” und „ahnen”. Der Rigol-Käufer kann per dokumentiertem Community-Verfahren auf 100 MHz und mehr freischalten; das ist belegt und verbreitet, aber es bleibt ein inoffizieller Weg mit offenen Garantiefragen. Beim Siglent führt der Ausbaupfad über offizielle Stufen und Module — teurer, dafür mit Herstellersegen.

Der Signalgenerator. Wer Schaltungen nicht nur beobachten, sondern anregen will (Filter durchmessen, Verstärker testen), braucht eine Signalquelle. Beim SDS814X HD lässt sie sich als Modul nachrüsten; die DHO800-Serie hat dafür schlicht keine Hardware an Bord — ein externes Gerät bleibt der einzige Weg.

Der Preis. 462,91 € gegen 593,81 € (reichelt bzw. Batronix, Stand 12.07.2026) — rund 130 € Abstand. Das ist fast exakt der Preis eines soliden Tastkopf-Sets, und so sollte man die Entscheidung auch rechnen: Was kostet mich beim günstigeren Gerät das Nachrüsten dessen, was mir fehlt?

Die Werte nebeneinander

Die Gegenüberstellung unten zeigt beide Geräte auf den acht kaufentscheidenden Messpunkten — Volltext, keine gekürzten Werte. Für das ganze Feld mit Filtern: zurück zum Vergleich.

Zusammengefasst

Gegenüberstellung und Fazit

AnbieterBandbreiteAbtastrateAuflösungSpeichertiefeSignalgenerator integriertFreischaltbarGarantiePreis
Rigol DHO80470 MHz1.25 GS/s12 Bit25 Mptsneinja - Bandbreite3 Jahre462.91
Siglent SDS814X HD100 MHz2 GS/s12 Bit50 Mptsnein integriertja - Optionen wie AWG3 Jahre593.81
Ausgewählte Geräte quer durch alle Preisklassen. „k. A.“ heißt: Uns liegt dazu keine belegte Herstellerangabe vor. Es ist keine Aussage über das Gerät.Stand 12.07.2026 · je Angabe mit Quelle belegt.
  • Zählt jeder Euro und messen Sie unter 70 MHz: Der Rigol DHO804 bringt 4 Kanäle und 12 Bit für 462,91 € — rund 130 € unter dem Siglent SDS814X HD bei gleicher Auflösung.
  • Wollen Sie Reserven ab Werk und einen offiziellen Ausbaupfad (Signalgenerator-Modul, gestufte Optionen): das Siglent SDS814X HD rechtfertigt seinen Aufpreis.
  • Wer mit dem Community-Freischalten leben kann, holt aus dem Rigol nachweislich mehr heraus als der Preisabstand vermuten lässt — auf eigene Verantwortung, Garantiefragen inklusive.
  • Für beide gilt: Die maximale Abtastrate steht nur mit einem aktiven Kanal zur Verfügung; wer vierkanalig misst, rechnet mit einem Viertel.
Quellen dieser Übersicht (6)

Alle Angaben wurden zum genannten Stand direkt bei Herstellern und Fachhändlern erhoben.