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Rigol DHO804 vs. Siglent SDS814X HD: das 12-Bit-Einsteigerduell
Wer heute unter 600 € ein modernes Oszilloskop sucht, landet fast zwangsläufig bei diesen beiden: Rigols DHO804 und Siglents SDS814X HD sind die 12-Bit-Einsteiger ihrer Häuser — vier Kanäle, Touchdisplay, ernstzunehmende Messtechnik. Auf dem Papier trennt sie wenig. In den Fußnoten der Datenblätter trennt sie einiges.
Beide Geräte wurden nach denselben 16 Messpunkten erfasst; jede Zahl trägt Quelle und Abrufdatum. Kauf-Links sind Provisions-Links und ändern keine Messung.
Wo sie gleich sind — und warum das schon bemerkenswert ist
Vor zwei Jahren war 12-Bit-Auflösung ein Oberklasse-Merkmal. Dass zwei Einsteigergeräte unter 600 € sie heute serienmäßig mitbringen, verschiebt die Grundlinie der ganzen Klasse: Kleine Signale auf großen Pegeln — Welligkeit auf einer Versorgungsspannung, Sensor-Details — bleiben sichtbar, wo 8-Bit-Geräte nur Treppenstufen zeigen. Beide bringen vier Analogkanäle, ein 7-Zoll-Touchdisplay und serielle Dekodierung (I²C, SPI, UART, CAN) ohne Aufpreis mit.
Wo sie sich trennen
Bandbreite ab Werk. Das Siglent liefert 100 MHz gegen 70 MHz beim Rigol — bei schnellen Digitalflanken ist das der Unterschied zwischen „sehen” und „ahnen”. Der Rigol-Käufer kann per dokumentiertem Community-Verfahren auf 100 MHz und mehr freischalten; das ist belegt und verbreitet, aber es bleibt ein inoffizieller Weg mit offenen Garantiefragen. Beim Siglent führt der Ausbaupfad über offizielle Stufen und Module — teurer, dafür mit Herstellersegen.
Der Signalgenerator. Wer Schaltungen nicht nur beobachten, sondern anregen will (Filter durchmessen, Verstärker testen), braucht eine Signalquelle. Beim SDS814X HD lässt sie sich als Modul nachrüsten; die DHO800-Serie hat dafür schlicht keine Hardware an Bord — ein externes Gerät bleibt der einzige Weg.
Der Preis. 462,91 € gegen 593,81 € (reichelt bzw. Batronix, Stand 12.07.2026) — rund 130 € Abstand. Das ist fast exakt der Preis eines soliden Tastkopf-Sets, und so sollte man die Entscheidung auch rechnen: Was kostet mich beim günstigeren Gerät das Nachrüsten dessen, was mir fehlt?
Die Werte nebeneinander
Die Gegenüberstellung unten zeigt beide Geräte auf den acht kaufentscheidenden Messpunkten — Volltext, keine gekürzten Werte. Für das ganze Feld mit Filtern: zurück zum Vergleich.
Zusammengefasst
Gegenüberstellung und Fazit
| Anbieter | Bandbreite | Abtastrate | Auflösung | Speichertiefe | Signalgenerator integriert | Freischaltbar | Garantie | Preis |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Rigol DHO804 | 70 MHz | 1.25 GS/s | 12 Bit | 25 Mpts | nein | ja - Bandbreite | 3 Jahre | 462.91 |
| Siglent SDS814X HD | 100 MHz | 2 GS/s | 12 Bit | 50 Mpts | nein integriert | ja - Optionen wie AWG | 3 Jahre | 593.81 |
- Zählt jeder Euro und messen Sie unter 70 MHz: Der Rigol DHO804 bringt 4 Kanäle und 12 Bit für 462,91 € — rund 130 € unter dem Siglent SDS814X HD bei gleicher Auflösung.
- Wollen Sie Reserven ab Werk und einen offiziellen Ausbaupfad (Signalgenerator-Modul, gestufte Optionen): das Siglent SDS814X HD rechtfertigt seinen Aufpreis.
- Wer mit dem Community-Freischalten leben kann, holt aus dem Rigol nachweislich mehr heraus als der Preisabstand vermuten lässt — auf eigene Verantwortung, Garantiefragen inklusive.
- Für beide gilt: Die maximale Abtastrate steht nur mit einem aktiven Kanal zur Verfügung; wer vierkanalig misst, rechnet mit einem Viertel.
Quellen dieser Übersicht (6)
- Rigol DHO804 — batronix.com
- Siglent SDS814X HD — batronix.com
- Rigol DHO804 — eevblog.com
- Rigol DHO804 — hobbyistscope.com
- Rigol DHO804 — reichelt.com
- Rigol DHO804 — rigolna.com
Alle Angaben wurden zum genannten Stand direkt bei Herstellern und Fachhändlern erhoben.